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Fischspezifische Gefahren durch den Kraftwerksneubau in der Elbe |
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Stellungnahme des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e.V. zum Antrag nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) im Rahmen des Kraftwerksneubaus am Standort Brunsbüttel durch die Electrabel Kraftwerk GmbH & Co. KG
Der Antrag auf Errichtung und Betrieb eines Kohlekraftwerkes der 800-MW-Klasse mit Durchflusskühlung am Standort Brunsbüttel muss abschlägig beschieden werden, weil es durch das geplante Vorhaben trotz eingriffsminimierenderMaßnahmen zu erheblichen Beeinträchtigungen mehrerer FFH-Gebiete hinsichtlich Erhaltungszielen und Schutzzweck kommen wird, bzw. kommen kann (Richtlinie 92/43/EWG). Weiterhin ist das Vorhaben in seinen Folgen sehr wahrscheinlich unvereinbar mit dem gemäß WRRL geltenden Verschlechterungsverbot für Oberflächenwasserkörper (Richtlinie 2000/60/EG) und den Zielen der EU-Aalverordnung (Verordnung EG Nr. 1100/2007 - Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals). Der Nachweis der Unschädlichkeit hinsichtlich des Ökosystems Unterelbe mit seinen charakteristischen Merkmalen und insbesondere den dort vorkommenden Fischen und Rundmäulern konnte nicht erbracht werden. Die für die Kühlwasserentnahme vorgeschlagene Kompensationsmaßnahme am Helser-Kattrepler-Fleet ist nur bedingt geeignet und in der vorgeschlagenen Dimensionierung nicht nachvollziehbar. Wie aus den Antragsunterlagen hervorgeht, wäre unter Inkaufnahme einer geringen Reduzierung des Wirkungsgrades um 0,5 - 1,0 % der Betrieb des Kraftwerkes mit einem Nasskühlturm möglich. Angesichts dieser bestehenden Alternative und dem offenkundigen Risiko der erheblichen Beeinträchtigung diverser FFH-Gebiete und der in ihnen vorkommenden Fische und Rundmäuler, ist die vorgesehene Kühlwasserentnahme nicht mit den oben genannten Verordnungen vereinbar.
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Die Finte - Status und Gefährdungen |
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Die Finte (Alosa fallax)
Dipl.-Biol. Sandra Schulze
Die Finte als anadrome Wanderfischart zählt zu den heringsartigen Fischen (Clupeidae) und ist neben der Alse (Alosa alosa) die in den norddeutschen Zuflüssen der Nordsee heimische Fischart. „Fallax" bedeutet „täuschend", welches sich auf die täuschende Ähnlichkeit zur sehr nah verwandten Alse, auch Maifisch genannt, bezieht. Während die Alse weiter in die Flüsse zum Laichen aufsteigt, bleibt die Finte in den Unterläufen der Flüsse.
Die Bestände, die ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts deutlichen Rückgängen unterworfen waren (NOLTE 1976, SCHUCHARDT et al. 1985), scheinen sich in jüngerer Vergangenheit in der Nordsee und ihren Zuflüssen, vor allem in Weser und Elbe, zu erholen (STELZENMÜLLER & ZAUKE 2003, NEUDECKER & DAMM 2005). Die ansteigenden Fintenzahlen entsprechen jedoch dennoch noch nicht wieder den historischen Beständen. Insbesondere in potentiellen Laichgewässern wie Ems und Eider sind die Nachweise als sehr gering einzustufen. Die Finte wird daher nach wie vor bun-desweit als „stark gefährdet" eingestuft (BFN 1998) und ist auch im Rahmen der FFH-Richtlinie als Fischart von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang II der FFH-RL) eine europaweit bedeutsame Art.
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Heimische Flusskrebse - Opfer von Unwissenheit und Globalisierung |
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Das Schicksal der in Mitteleuropa heimischen Flusskrebse
Dipl.-Biol. Anja Dethlefs, Zoologisches Institut der Universität Kiel
Der geschichtliche Hintergrund
Bis etwa 1860 waren Flusskrebse ein wichtiger Nahrungsbestandteil aller Bevölkerungsschichten. In fast allen Gewässern fanden sich in großen Mengen der „Edelkrebs" (Astacus astacus), der „Steinkrebs" (Austropotamobius torrentium) und der „Dohlenkrebs" (Austropotamobius pallipes). Um der Nachfrage nachzukommen, gab es in ganz Europa sehr viele Krebszuchten und Krebshälterungsanlagen ("Krebsgärten"), die jeweils mehr als 750.000 Krebse fassten. Allein in Paris aß man damals jährlich 7-10 Millionen Flusskrebse.
Doch dann starben in der Lombardei (N-W Italien) alle Krebse. Schnell kam der Begriff "Krebspest" auf, denn so schnell breitete sich das Sterben aus und man konnte seine Krebse nicht schützen. Nach wenigen Jahrzehnten gab es in ganz Europa nur noch wenige Gewässer, in denen Flusskrebse lebten. Die großen Ströme waren wie leergefegt, ein ganzer Wirtschaftszweig brach zusammen.
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