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Kormoran - Vogel des Jahres 2010 Drucken

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010" gewählt. Die beiden Verbände wollen sich damit „offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden geschossen und vertrieben werde".

Beide Verbände vertreten die Auffassung, daß die jahrzehntelange Abwesenheit des Kormorans (Phalacrocorax carbo) aus Deutschland das Ergebnis intensiver Verfolgung durch Fischer und Angler sei und erst nach konsequentem Schutz durch die EG-Vogelschutzrichtlinie lebten in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Die Rückkehr des Kormorans sei ein Erfolg für den Vogelschutz.

Bedenken wegen massiver wirtschaftlicher Schäden und der Bedrohung von Fischarten, die ihrerseits ebenfalls artenschutzrechtlich geschützt sind, werden nicht zugelassen.

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Genetische Untersuchungen an heimischen Neunaugenarten Drucken

Dr. Miriam Blank (Universität Hamburg)

Die Evolution von nicht-parasitischen Bachneunaugen und ihre Verwandtschaft zu den anadromen, parasitischen Flussneunaugen ist eine seit langem diskutierte Frage der Neunaugenforschung. Von den insgesamt ungefähr 40 Neunaugenarten weltweit sind etwa die Hälfte nicht-parasitische Bachneunaugenarten, die ausschließlich im Süßwasser leben. Sie verbringen mehrere Jahre als Larvenstadium (Querder) im sandigen Boden und filtrieren Plankton. Nach der Verwandlung (Metamorphose) fressen die adulten Tiere nicht mehr. Im Gegensatz dazu haben die im gleichen Lebensraum vorkommenden Flussneunaugen eine kürzere Larvalphase und wandern nach der Metamorphose flussabwärts ins Meer. Sie ernähren sich von Fischen, denen sie mit ihrem Zähnchen besetzten Saugmund Haut und Muskelfleisch herausraspeln. Zur Fortpflanzung wandern die Flussneunaugen wieder zurück ins Süßwasser, wo sie sich, wie die stationären Bachneunaugen auch, fortpflanzen und dann sterben. Die Verbreitungsgebiete des Europäischen Fluss- und Bachneunauges überlappen größtenteils und sie besiedeln Fließgewässer des Einzugsgebietes der Nord- und Ostsee, des Atlantiks und des westlichen Mittelmeeres (Holčík 1986).

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