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Fremdarten

k-IMG_4556Während die Frage, ob Schwarzmundgrundeln eine Bereicherung (als Beutefisch) oder eine Bedrohung (als Laichräuber) für heimische Fischarten sind, noch nicht abschließend beantwortet werden kann, ist die Frage der Verwertbarkeit geklärt. Und es ist nicht schwer, aus Schwarzmundgrundeln eine schmackhafte Mahlzeit herzustellen. Die Zubereitung ist ähnlich einfach wie bei Stinten. Die Schwarzmundgrundel ist aus unserer Sicht, im Gegensatz zu den eher geschmacksneutralen Stinten, durch einen leicht barschähnlichen Geschmack kulinarisch interessanter. Sie unterscheidet sich auch dadurch vom saisonal im Frühjahr beangelten Stint, dass sie zumindest im Nord-Ostsee-Kanal und in der Trave ganzjährig in ausreichender Zahl zu fangen ist. Die Idee für eine Verwertung geht auf eine Befischung des Nord-Ostsee-Kanals durch Hans Brauer im Jahr 2010 zurück, bei der sich auch der Fischereiberater Martin Purps angesichts der Menge der gefangenen Fische fragte, ob es nicht möglich sei etwas wie beim Stint daraus zu braten. Es folgte dann der erste schmackhafte Versuch in Brauers Aalkate.

Heimische Fischarten und eingeführte Fremdarten

Die Abgrenzung der heimischen Fischarten von den eingeführten Fremdarten ist teilweise schwierig, da immer wieder Fischarten in das von ihnen ursprünglich nicht besiedelte Gebiet einwandern und sich dort selbstständig über mehrere Generationen vermehren können. Allgemein gilt eine Art als Fremdart (Neozoon), wenn die drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Direkt oder indirekt durch den Menschen eingeführt
  • Nach 1492 (Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) oder 1500 eingeführt
  • Selbstständige Vermehrung über mindestens drei Generationen ohne Hilfe durch den Menschen

Das ging fix! Nicht einmal zwei Jahre hat die Schwarzmundgrundel gebraucht um ihr Verbreitungsgebiet auf den gesamten Nord-Ostsee-Kanal auszudehnen und einen Bestand aufzubauen, dessen Größe rasant zunimmt. Insbesondere im Ostteil des Kanals haben bereits viele Angler mit der Schwarzmundgrundel Bekanntschaft gemacht. Beim Butt- und Aalangeln ist die Art mittlerweile schon regelmäßiger Beifang.

Handlungsempfehlung zum Umgang mit Neobioten dargestellt am Beispiel der Wollhandkrabbe

Eine Facharbeit von Lisa Bendfeldt, staatlich geprüfte Umweltschutztechnikerin

Problemstellung

Invasive Arten verursachen bereits seit langem und in vielen Bereichen Probleme. Diese neuen hier nicht heimischen Arten, so genannte Neobioten oder auch „alien species“, können als invasive Spezies ganze Ökosysteme bedrohen und verursachen ökologische und ökonomische Schäden in Milliardenhöhe. Oft haben die Neobioten in ihrer neuen Umgebung keine natürlichen Feinde oder Konkurrenten und können sich deshalb besonders gut ansiedeln und etablieren. Dadurch werden heimische Arten verdrängt und die biologische Artenvielfalt bedroht. Was unternommen wurde und wie mit diesen Neobioten umgegangen werden kann, wenn diese sich erst einmal etabliert und ausgebreitet haben, werde ich in dieser Ausarbeitung exemplarisch am Beispiel der chinesischen Wollhandkrabbe untersuchen. Dabei betrachte ich die Auswirkungen, die durch die Ansiedlung der Wollhandkrabbe entstanden sind, sowie die bereits unternommenen Maßnahmen. Abschließend schlage ich Maßnahmen für ein spezifisches Gewässer in Hamburg vor.

Die Frage nach der Gefährlichkeit der Fremdarten kann man nicht pauschal beantworten, oft hängt die Einstufung auch von den Interessen des Beurteilenden ab. Aus Sicht der Fischerei war die indirekte Einführung des Zanders bestimmt von Nutzen und aus der Sicht des Naturschutzes ohne Schaden, wogegen die ebenfalls indirekte ungewollte Einführung der Wollhandkrabbe weitestgehend als nachteilig beurteilt wird. Die in der ehemaligen DDR weitverbreitete Kultivierung der asiatischen Grasfische brachte viele Nachteile mit sich und die erhoffte wirtschaftliche Produktion wurde nicht erreicht.

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