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Wasserkraft und -nutzung

Wasserkraft ist kein sauberer grüner Strom. Wir setzen uns dafür ein, dass die mühselig erreichten Verbesserungen an unseren Bächen und Flüssen nicht durch neue Wasserkraftanlagen wieder zunichte gemacht werden.

Geschrieben von Peter Heldt, Präsident des LSFV-SH

Die Angelvereine und Verbände im Land Schleswig-Holstein setzen sich seit Jahrzehnten aktiv für eine Verbesserung der Fließgewässer und für eine Erhaltung der darin lebenden Fischarten ein. Schon lange bevor es die europäische Fauna-Flora-Habitat (FFH) oder die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gab, setzten sich Angler für den Erhalt von Lachs, Meerforelle, Bachforelle, Schnäpel, Aal, Quappe und zahlreichen anderen Arten ein. Dabei wurden natürlich auch die Veränderungen an den Lebensräumen betrachtet, die oftmals die Ursache für den Rückgang der Arten darstellen. Querbauwerke beeinträchtigten stark die Wanderung der Fische zu ihren Laichgründen und tuen dies auch heute noch. Durch Begradigungen und Gewässerunterhaltung wurden vielerorts die Gewässersohlen instabil, die Laichplätze für Kieslaicher versandeten oder verschwanden ganz. Immer mehr Verschmutzungen setzten den Gewässern zu. Lange Zeit hat davon niemand Kenntnis genommen.

Mit dem Versuch die Wasserkraftnutzung in unseren Bächen und Flüssen auszubauen wird der Verbesserung ihres ökologischen Zustandes entgegengearbeitet.

Pumpspeicherkraftwerk in Geesthacht als Artenkiller?!

Kiel/Geesthacht - Die Landessportfischerverbände (LSFV) Schleswig-Holstein und Niedersachsen und die Vereinigung für Fischerei und Gewässerschutz Bereich Lüneburg (VFGL) fordern als unmittelbar betroffene Fischereiausübungsberechtigte den Energiekonzern Vattenfall auf, sofort den Betrieb des Pumpspeicherkraftwerks Geesthacht einzustellen. Mitzeichner einer gemeinsamen Erklärung sind der Verband Deutscher Sportfischer, der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern, der Angelsportverband Hamburg, der Landesnaturschutzverband (LNV) Schleswig-Holstein und die Gemeinschaftsinitiative Elbefischerei (GI Elbe). Bis alle erforderlichen Maßnahmen des Fisch- und sonstigen Artenschutzes nach dem aktuellen Stand der Technik umgesetzt sind, sollte das Kraftwerk abgeschaltet bleiben.

Stellungnahme des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e.V. zum Antrag nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) im Rahmen des Kraftwerksneubaus am Standort Brunsbüttel durch die Electrabel Kraftwerk GmbH & Co. KG

Der Antrag auf Errichtung und Betrieb eines Kohlekraftwerkes der 800-MW-Klasse mit Durchflusskühlung am Standort Brunsbüttel muss abschlägig beschieden werden, weil es durch das geplante Vorhaben trotz eingriffsminimierenderMaßnahmen zu erheblichen Beeinträchtigungen mehrerer FFH-Gebiete hinsichtlich Erhaltungszielen und Schutzzweck kommen wird, bzw. kommen kann (Richtlinie 92/43/EWG). Weiterhin ist das Vorhaben in seinen Folgen sehr wahrscheinlich unvereinbar mit dem gemäß WRRL geltenden Verschlechterungsverbot für Oberflächenwasserkörper (Richtlinie 2000/60/EG) und den Zielen der EU-Aalverordnung (Verordnung EG Nr. 1100/2007 - Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals). Der Nachweis der Unschädlichkeit hinsichtlich des Ökosystems Unterelbe mit seinen charakteristischen Merkmalen und insbesondere den dort vorkommenden Fischen und Rundmäulern konnte nicht erbracht werden. Die für die Kühlwasserentnahme vorgeschlagene Kompensationsmaßnahme am Helser-Kattrepler-Fleet ist nur bedingt geeignet und in der vorgeschlagenen Dimensionierung nicht nachvollziehbar. Wie aus den Antragsunterlagen hervorgeht, wäre unter Inkaufnahme einer geringen Reduzierung des Wirkungsgrades um 0,5 - 1,0 % der Betrieb des Kraftwerkes mit einem Nasskühlturm möglich. Angesichts dieser bestehenden Alternative und dem offenkundigen Risiko der erheblichen Beeinträchtigung diverser FFH-Gebiete und der in ihnen vorkommenden Fische und Rundmäuler, ist die vorgesehene Kühlwasserentnahme nicht mit den oben genannten Verordnungen vereinbar.

In Deutschland wird nicht der international übliche Stand der Technik angewendet, so dass die Fischverluste bei Kühlwasserentnahmen erheblich größer sind, als es unvermeidbar ist!

Energiepolitisch befördert die Bundesregierung den Neubau von Kohlekraftwerken. Zurzeit laufen in der Bundesrepublik Deutschland die Planungen für 26 Braun- bzw. Steinkohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt ca. 26.000 Megawatt. Allein 5 Steinkohlekraftwerke sollen in der Unterelberegion zu den hier bestehenden Kraftwerken hinzukommen. Ihnen allen ist die Entnahme von Kühlwasser aus der Unterelbe gemein. Die Wasserentnahme- und Wiedereinleitmenge eines einzigen Steinkohlekraftwerkes wird bis zu ca. 30 m³/s betragen, das entspricht einem Durchfluss von rund 1 Billion Litern Elbewasser pro Jahr.

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