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Quappe

Bericht von einer Exkursion zum Quappennachwuchs in der Fischzucht Kemnitz

Am 01.03.2008 wurde durch das Anglerforum SH des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e. V. ein Quappenlaichfischfang organisiert. Verständlicherweise interessierten sich die Teilnehmer für den Verbleib der gefangenen Fische. Jan Kemnitz, der die Tiere in seiner Fischzucht für die weitere Vermehrung hältert, bot sich an eine Besichtigung durchzuführen Diese wurde dann zusammen und von dem LSFV-Fischereibiologen Martin Purps für den 03.09.2008 angesetzt.

Der Anlass für den Laichfischfang war v. a. die Aufnahme der Quappe in die Fischartenhilfsmaßnahmen 2008 – 2011, die als ein Projekt der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt wird. Die von uns gefangenen Quappen wurden von Jan Kemnitz zum Aufbau eines Besatzprogrammes zur Unterstützung der Quappenpopulation in den nächsten Jahren benötigt. Da derzeit nicht genügend Elterntiere zur Aufzucht zur Verfügung stehen, hatte der LSFV-Biologe Rüdiger Neukamm die vielversprechenden Fangmeldungen aus dem Forum zum Anlass für das Gemeinschaftsfischen genommen.

Wie wir bei der angeregten Diskussion während der Veranstaltung erfuhren, gibt es offenbar zwei Formen bei den Quappen, analog etwa zu den Forellen. Eine stationäre (ortstreue) und eine mobile (wandernde) Form. Die Wanderform tritt vor allem in der Elbe oder größeren Flüssen auf und legt lange Strecken (mehrere 100 km) zurück. Die Individuen werden deutlich über 50 cm groß. Die stationäre Form bleibt kleiner und erreicht selten 50 cm. Die Wanderform ist seit Jahrzehnten nur noch sehr selten anzutreffen, die ortstreue Form zeigt sich dagegen mit Schwankungen vergleichsweise stabil. In den letzten Jahren (2007) gibt es zunehmend Warnsignale aus den Seen und kleinen Fließgewässern, dass auch hier mit einem Rückgang der Population zu rechnen ist. Als Ursache wird u. a. die Klimaänderung vermutet. Durch ansteigende Temperaturen in den letzten Jahren haben die Quappen keine günstigen Bedingungen für die Larvalentwicklung mehr gefunden. Wie Jan Kemnitz in seinen Versuchen herausgefunden hat, benötigen die Larven exakt 4 °C, wie man es eigentlich nur unter einer geschlossenen Eisdecke findet, wo sich das Wasser mit der größten Dichte am Boden sammelt. Die Sterblichkeit ist hoch, wenn die Temperatur davon nach oben oder unten nur ein wenig abweicht. Wenn die Quappen diese erste Hürde gemeistert haben, können sie sehr schnell wachsen und im ersten Jahr eine Länge von 20 cm erreichen.

Im Rahmen der Fischartenhilfsmaßnahmen 2008 - 2011, die aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein finanziert und durchgeführt werden, ist auch ein Projekt zum Schutz und zur Unterstützung der Quappe (Lota lota) vorgesehen. Der Aufbau eines erforderlichen Besatzprogramms zur Stärkung der Quappenpopulation wird in Zusammenarbeit des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein mit der Fischzucht Jan Kemnitz in Aukrug durchgeführt.

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